Kleines Lexikon der Orientteppiche

Aliabad, Sabba, Kilim, Ghom oder Gabbeh: Noch nie gehört oder weißt du ganz genau was diese Begriffe bedeuten? Wir erklären die wichtigsten Begriffe zum Thema Orientteppiche für dich.

Es gibt so viele verschiedene Arten von Orientteppichen, dass wir hier erstmal auf die verschiedenen Kategorien zur Einteilung hinweisen möchten.

  1. Herkunftsbezeichnung: Die meisten Teppiche werden nach ihrer Herkunft benannt. Beispielsweise kommen Isfahan-Teppiche aus der Stadt Isfahan.
  2. Stammesbezeichnung: Nomandenteppiche werden nach dem Namen der wandernden Völker benannt. Zum Beispiel wurden die Bachtiar-Teppiche von den Bachtiaren, einem Nomadenstamm, die im süd- beziehungsweise mittelpersischen Raum lebten, hergestellt.
  3. Marktbezeichnung: In seltenen Fällen werden Teppiche nach ihren Sammel- und Tauschplätzen benannt. Die südpersischen Schiras sind zum Beispiel nach der Stadt Schiras benannt, wurden aber von unterschiedlichen nomadischen Gruppen in der Umgebung produziert.

Neben diesen drei Hauptkategorien zur Einteilung von Orientteppichen gibt es noch die Einteilung nach Funktion (z.B. Yolluk bedeutet Weg und bezeichnet einen Laufteppich) oder nach dem Muster (z.B. Gebetsteppiche, das Innenmuster weist die Konturen einer Moschee auf).

Orientteppiche gibt es fast von A bis Z

Die wichtigsten und konventionellsten Orientteppiche reichen von A wie Aliabad bis Y wie Yalameh. Jede dieser verschiedenen Arten von Orientteppichen weißt ganz bestimmte Besonderheiten auf, die wir hier in aller Kürze besprechen wollen. Beachte, dass die Herkunft, Herstellung und Beschaffenheit von Orientteppichen wirklich eine Wissenschaft ist und es Forscher/innen gibt, die ihr ganzes Leben mit der Zuordnung, Untersuchung und Erforschung dieser Teppiche verbringen.

Beispiele für berühmte Orientteppiche

Aliabad (auch Yalameh genannt)

Diese Teppiche kommen aus der Stadt Aliabad in der Region Yalameh und du erkennst sie an folgenden Merkmalen:

  • Gefertigt aus Schafswolle
  • Ca 15 mm Florhöhe
  • Natürliche Wollfärbung, dadurch dringt Schmutz nicht in den Teppich ein, sondern bleibt oben liegen oder perlt ab.
  • Filigrane und detailreiche Geometrische Muster in Rot- und Blautönen, dabei kommt die Raute immer wieder vor.

Derbent

Der Derbent Teppich kommt aus der Region Kaukasus. Oftmals wird im Mittelfeld ein großflächiges Sternmedaillon angelegt. Mit kleinen Vögeln, Hunde und Sternchen wird das Füllmotiv erarbeitet.

Gabbeh

Gabbeh wird in der Provinz Fars in Südpersien hergestellt. Die Originale werden hauptsächlich in der Umgebung von Shiraz von Ghashgai-Nomaden und Halbnomaden geknüpft. Diese Teppiche sind sofort an ihrer Farbe und ihrem Muster zu erkennen. Sie werden ausschließlich aus Wolle gefertigt und in natürlichen beige, braun und Naturtönen gefärbt. Da diese Teppiche ursprünglich als Unterlage beim Schlafen verwendet wurden, sind sie sehr hochflorig (15-25mm). Obwohl der Musterschatz der Ghasgai-Nomaden hunderte Jahre alt ist, wirken diese Teppiche minimalistisch und modern.

Schiraz

Der Schiraz-Teppich ist benannt nach der gleichnamigen Stadt Schiraz. Geknüpft wird dieser einfache, aber sehr charmante Teppich von den Gaschgai in der Provinz Fars.

An folgenden Merkmalen kannst du einen Schiraz erkennen:

  • Drei Rauten in der Mitte als Grundmotiv
  • Rund um die Rauten sind Streumuster zu finden, z.B. Blüten, Zweige, Blätter, Vögel und andere Tiere oder geometrische Motive
  • Gefertigt aus reiner Schafwolle

Tekke

Diese Teppiche kommen aus dem Norden des Iran und zeichnen sich dadurch aus, dass sie besonders fein gewebt sind. Tekke sind kurzflorige Teppiche und du kannst sie daran erkennen, dass sie an der Rückseite ganz glatt sind. Die Teppiche sind monochrom und bestehen meist nur aus 3-4 Farben. Je älter ein Tekke ist, umso gefragter ist er und kann eine echte Wertanlage sein.